Nun ist auch die zweite Auflage der "Primavera" der Jedermann-Rennen Geschichte und wer einen der 1.500 Startplätze ergattert hatte, dürfte sich über ein wunderschönes Rennen gefreut haben.
Zur Streckenführung braucht man eigentlich nicht mehr viel zu sagen - einmal 'rum um den Gardasee. Und was an anderen Tagen eher einer Partie Russisch Roulette gleichen würde, fand Mitte März ohne jegliche Behinderung statt. Die sonst so befahrenen Straßen rund um den italienischen See im "Münchener Vorgarten" waren komplett für den Verkehr gesperrt. Die Tunnels am Westufer, sonst eher eine stockdunkle Röhre, wurden extra für die Rennradfahrer beleuchtet.
155 Kilometer standen so auf dem Programm für die der Sieger gerade einmal knapp über vier Stunden brauchte. Der hieß übrigens Andrea Ballan, der große Bruder der amtierenden Weltmeisters Alessandro. Der soll ihn angeblich zu seinem "Comeback" ermutigt haben. Nach sieben Jahren Rennpause nun gleich ein Sieg, davon kann wohl auch Lance Armstrong nur Träumen... Andrea gewann jedenfalls aus einer kleinen Spitzengruppe von acht Mann heraus den Schlusssprint, was bei einer derart flachen Runde auch zu erwarten war.
Bei den Damen endete das Rennen wie so oft mit etwas größeren Abständen. Siegerin Michela Gorini hatte eineinhalb Minuten Vorsprung auf die zweite im Ziel. Was bei der Titelsammlung der einstigen Welt- und Europameisterin auch nicht verwunderte.
Wie angekündigt, gab es übrigens auch eine kurze Runde. Vom Start- und Zielort Bardolino am Ostufer des Sees aus ging es für die 500 Teilnehmer des 90 Kilometer-Rennens erst einmal mit der Fähre über den See. Wie sollte man auch sonst eine See-Umrundung abkürzen? Erst am Westufer ging es dann für die Radler richtig los. Hier brauchten die Schnellsten Marika Covre und Paolo Strullato 2:40 Stunden beziehungsweise 2:32 Stunden.
Weitere Austragungen sind natürlich in Planung. Wer also ein Frühjahrs-Trainingslager mit einem Abschlussrennen für 2010 planen möchte, kann sich ja in der Bildergalerie schon einmal darauf einstimmen. Deutsche Teilnehmer waren laut Veranstalter nämlich immer noch viel zu wenige am Start.
Autor Marco Felgenhauer
Fotos Alexander Domanski
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