
Einblicke ins Renngeschehen bekommt man nur als Teilnehmer. Deshalb schickten wir ein eigenes Team zur Transalp, um auch wirklich zu wissen, was im Feld los ist. Steffi schreibt hier ihre Erlebnisse im Tour-Tagebuch.
Die größte Überraschung gleich zu Beginn: der Start unserer ersten TourTransalp fand wirklich bei Sonnenschein statt! Damit hatte von uns keiner mehr gerechnet. Doch der Wettergott meinte es gut mit den Radfahrern. Zum Glück, denn schon eine Stunde zuvor mussten wir zur Einschreibkontrolle in unserem Block stehen, für uns Block D, ganz hinten. Wer neu ist muss halt ganz hinten anfangen. Zumindest waren wir die ersten und so war ganz vorn am Absperrband noch Platz, zwischen grob gerechnet 20 russischen Startern, die sich anscheinend sehr sicher waren, was reißen zu können und absolut nicht hinter den Motorrädern des neutralisierten Starts bleiben wollten. Circa zehn Kilometer nach dem offiziellen Startschuss wurde die wilde Meute dann aber auch losgelassen, direkt hinauf aufs Oberjoch. Wir schafften es mit viel Glück in dem Feld zusammenzubleiben und ohne Probleme über den noch recht moderaten Pass zu kommen. Dann ging es hinunter nach Tannheim und weiter nach Reutte. Nino wollte es so richtig wissen und wir rasten mit mindestens 40 Sachen durch die Täler. Dank seiner Glanzleistung überholten wir viele Gruppen und konnten uns im Klassement nach vorne arbeiten. Nach Reutte ging es dann auf die Bundesstraße Richtung Fernpass, extra für uns einseitig gesperrt. Das war ein echter Luxus, sollte aber leider nicht so bleiben. Das Hahntennjoch hatten wir kurz im Blick, doch leider mussten wir noch eine Extraschleife dranhängen. Hinauf zum Kelmen wurde es dann abschnittsweise schon steil, aber mit dem finalen Anstieg im Hinterkopf waren das nur kurze Hügel. Nach der ersten Verpflegung, die wir genauso wie die zweite rechts liegen ließen, ging es kurvenreich hinab ins Lechtal. Inzwischen fuhren auch immer mehr Autos im Feld herum. Eigentlich sollten nur fünf Pressefahrzeuge direkt mit den Fahrern unterwegs sein. Es waren wohl eher an die 50, die teils hupend versuchten, uns an allen möglichen Stellen zu überholen. Dafür fanden wir in der Abfahrt ins Lechtal eine schnelle Gruppe, die erste brauchbare an diesem Tag!
Mit vereinten Kräften die letzten Meter den Berg hinauf:

Als man dann das erste Mal die Straße zum Hahntennjoch hinauf sehen konnte wurden alle auch gleich ein bisschen langsamer. Schließlich wusste jeder, was noch auf einen zukommt. Nino zeigte seine Bergqualitäten und ich musste mir eingestehen, dass ich für ihn ein bisschen zu schwach bin. Schon bevor die Höchststeigung erreicht war, hing ich ganz schön in den Seilen. Kurz nach dem zwei Kilometer langen Teilstück über 13 Prozent (später wurde es auch kaum flacher) ließ ich ihn dann ziehen. Mit seiner größeren Übersetzung war es doch leichter für ihn, schneller zu treten und oben auch mich zu warten. So viel hätte er mir unterwegs wohl auch nicht helfen können.
Doch irgendwann hat alles mal ein Ende und schließlich kam auch ich oben an und konnte mich mit Nino in die Abfahrt stürzen. Wir ließen es so richtig krachen, leider fuhren eine Menge Autos den Berg hinauf, so musste wir uns zwischen Autos, langsameren Fahrern und der Bergwand hindurch schlängeln. Der Veranstalter hatte eine wirklich sehr gute Idee, die abschließende Zeitnahme war schon zwei Kilometer vor Imst, so konnte man beruhigt durch den Ort zum eigentlichen Ziel fahren. Sonst wäre wohl auch der Autofahrer nicht so glimpflich davon gekommen, der mir kurz vor der Ankunft noch die Vorfahrt nahm!
Gemeinsam rollten wir dann locker durchs Ziel, froh den ersten Tag geschafft zu haben. Jetzt sind es nur noch circa 760 km bis Arco... Ein Dank noch an Imst, die Pasta Party war besser als in Sonthofen:-) Dann bis morgen, hoffentlich!
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