
Einblicke ins Renngeschehen bekommt man nur als Teilnehmer. Deshalb schickten wir ein eigenes Team zur Transalp, um auch wirklich zu wissen, was im Feld los ist. Steffi schreibt hier ihre Erlebnisse im Tour-Tagebuch.
Tag zwei der Transalp. Heute mussten wir gleich 148 km bewältigen und zwei hohe Berge, was mir nach meinen Erlebnissen gestern schon Respekt einjagte. Zumindest hatte unsere Leistung für einen Startplatz im Block B gereicht, dass war am Start schon ein großer Vorteil. Man musste sich nicht erst vorarbeiten sondern war mit Fahrern im Block, die dieselbe Leistungsklasse waren. Mit diesen konnten wir uns gleich mal 22 Kilometer bis nach Landeck einrollen. So lange war der Start neutralisiert und wir wurden von Motorrädern begleitet. Keine schlechte Sache bei den vielen Kreisverkehren und dem Autoverkehr. In Landeck gings weiter Richtung Arlberg, nachdem sich das Feld erstmal sortiert hatte und wir uns in dem Getümel wieder gefunden hatten. So schnell wie gestern war es jedoch nicht mehr, die gestrigen Berge zeigten wohl Wirkung.

Den Arlbergpass hinauf lernten wir erstmals von den anderen Mixed-Teams: Anschieben ist ein riesiger Vorteil für den Partner, vor allem psychologisch. Nino ließ mich an seiner Stärke teilhaben und half mir den Berg hinauf. Später erfuhren wir von einem sehr netten Team aus Würzburg, dass es ohne Unterstützung durch den stärkeren Fahrer fast gar nicht geht. Wir werden es uns merken! Die zwei Franken und wir blieben fast bis zum Ziel beieinander und lockerten das Rennen mit Informationsaustausch auf. Als wir am Arlberpass waren kam mein Lieblingsteil, die Abfahrt. Leider kann nicht jeder Serpentinen hinunter fahren, der sie auch hinauf kommt. Das war mein Vorteil, Nino hatte sowieso keine Probleme. Wir konnten einige Gruppen überholen und mit ein paar anderen Fahrern in den Streckenabschnitt Richtung Montafon in Angriff nehmen. Leider war der Herr vom Würzburger Team und Nino die einzigen die sich um die Führungsarbeit bemühten. Der Rest fuhr hin und wieder vorn, erhöhte das Tempo und ging wieder aus der Führung. Ein Radrennen sieht jedenfalls anders aus.

Im Montafon wartete ein weiteres Abenteuer auf uns, eine Baustelle. Aber nicht irgendeine. Zuerst ein riesiger Stau, an dem wir vorbei fuhren und teilweise mit zwei Autos nebeneinander auf einer Straße waren. Dann die richtige Baustelle, ein circa 500 Meter langer Abschnitt, der komplett aufgerissen und geschottert war. Mit Steinen, Faustgroß. Wir fluchten, unsere armen Räder. Wieviele Reifen dabei zu Bruch gingen möchte ich gar nicht wissen. Die Hochalpenstraße Richtung Silvretta nahmen wir gemeinsam mit dem Team aus Würzburg in Angriff. Trotzdem wollte sie keine Ende nehmen. Serpentine um Serpentine... Nino unterstütze mich mit allem was ging! Dem musste er heute leider auch Tribut zollen und hatte im Ziel zumindest ein bisschen schwere Beine.

Besonders nette Begleiter hatten wir übrigens bergauf auch noch, ein paar Busse schleppten Touristen über die bekannte Straße. Hier nochmal vielen Dank für die Rücksichtnahme auf die Radfahrer! Die Ironie in diesem Satz sollte man nicht überhören. Doch auch dieser Anstieg hatte mal ein Ende und wir rasten wieder viel zu schnell die Abfahrt hinunter. Was gibt es schöneres? Kurz vor Ischgl fing es dann noch an zu regnen, damit sich das Radputzen auch rentiert! Alles in allem eine schöne Etappe mit harten Anstiegen und super Abfahrten. Jetzt muss uns nur noch das Wetter treu bleiben und morgen wieder die Sonne scheinen. Drückt uns die Daumen!
Autor Stefanie Felgenhauer
Fotos Marco Felgenhauer
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