Noch mehr Erkenntnisse und Bilder von der abgefahrenen Messe Interbike in Las Vegas. Unser Außenteam fand neben einigen besonders skurrilen Exponaten auch jede Menge Desinfektionsgeräte für Paranoiker.
Ich hatte eigentlich versprochen, dass mit den Vergleichen zwischen Eurobike und Interbike zu lassen, doch einen hab ich noch. An allen Ecken und Enden der Veranstaltungen sind Spender mit Desinfektionsmittel für die Hände zu finden – amerikanische Paranoia hin oder her, eigentlich keine schlechte Idee, wenn man bedenkt, dass jeder der täglichen 5000 Besucher etwa 20, 30 Hände schüttelt – da dauert es nicht lange, bis das Virus einmal die Runde gemacht hat.
Doch was gab es für uns Radfahrer heute schönes zu sehen? Hier ein paar meiner persönlichen Highlights:
Knog Die Designer von Knog habens drauf, keine Frage. Taschen, Lampen, Accesoires – was die Australier auch entwerfen, alles hat diesen gewissen Will-Ich-Haben-Effekt. Ein besonders nettes Giveaway sind die leicht anzüglichen PornoPatches, dank derer es endlich zur Freude wird, mal wieder nen Platten zu fahren. Vertrieben werden die Erfolgsprodukte von Knog in Deutschland übrigens seit kurzem von Cosmic Sports – also ruhig mal gucken, die Sachen gibt’s inzwischen alle beim örtlichen Fachhändler. www.cosmicsports.de
Argon 18 Ehrlich, seit Jahren warte ich darauf, dass die kanadischen Highend-Räder von Argon 18 bei uns erhältlich sind. Nun haben die sympatischen Montrealer – oder wie nennt man die Einwohner Montreals richtig? – mit dem Faible für die Farben weiß, rot und schwarz, bei Tridynamic ein Vertriebszuhause gefunden und sollten dort glücklich werden können. Tridynamic war immerhin lange Jahre exklusiver und erfolgreicher Vertriebspartner von Cervelo und Zipp. www.argon18bike.com
Kinetic by Kurt Wie gestern bereits festgestellt, haben die Amis das Rad natürlich nicht neu erfunden, aber möglicherweise die allseits beliebte und gleichermaßen gehasste Trainingsrolle. Das Rock and Roll genannte Modell macht seinem Namen alle Ehre. Durch das elastomergelagerte Rollengestell ist das Rad nicht mehr starr an seiner Hinterachse festgeschnallt, sondern kann frei nach links und rechts wegwippen. Unterstützt wird dieser Effekt noch durch die auf einem Ringlager sitzende Vorderradhalterung, die somit theoretische Lenkbewegungen zulässt. Das ermöglicht nicht nur das dynamische Fahren im Wiegetritt, sondern schont auch sensible Carbonrahmen, die ungerne in die starre klassische Trainingsrolle eingesperrt sind. Und der Clou: mit einem anschließbaren Computer zum Preis von 100 Dollar misst der Rock’n’Roller ziemlich exakt die vom Radler aufgewendete Leistung in Watt. www.kurtkinetic.com
Avia/Wilier Eines der coolsten Räder der Messe ist leider unverkäuflich. Es findet sich am Stand der Laufschuhspezialisten von Avia. Dabei handelt es sich um ein von Kult-Designer Troy Lee gestaltetes Zeitfahrrad von Wilier. Dass Avia mit diesem Eyecatcher ausgerechnet neue Laufschuhe, die von Troy Lee designed wurden, promoten möchte verstehe wer will, aber es funktioniert, denn gesehen hat dieses Rad auf der Messe garantiert jeder.
Edge Eigentlich ist Edge ein durchaus exklusiver Name für Laufräder, Gabeln und Komponenten. Aber wie stellt man seine eigenen Komponenten möglichst publikumswirksam dar? Logisch, indem man sie an überaus exklusive Räder schraubt, an denen kein Messebesucher stur vorbei gehen kann. Lassen Sie sich diese Namen auf der Zunge zergehen und seien Sie sich sicher, ein Rad ist schöner als das andere – natürlich auch wegen der Edge-Bauteile ;-) Independent Fabrication (ja, eine Muffe muss nicht immer eine stinknormale Muffe sein), Crumpton, Engin, Courage, Eriksen, Jones, Speedvagen, Parlee da steckt pure Emotion drin. www.edgecomposites.com
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Forze GPS Nein, kein Navisystem für Leute, die drohen auf ihrem Heimtrainer verloren zu gehen, sondern eine Serie von Riegeln und Nahrungsergänzungsmitteln, wie es sie auf der Messe hier in Hülle und Fülle gibt. Bemerkenswert ist der Stand von Forze in zweierlei Hinsicht: Zum einen trifft man dort Dave Scott, was einen wehmütig an die gloreichen Ironmanzeiten der Achtziger und Neunziger zurück denken lässt. Für alle Jüngeren zur Erklärung: Dave war zusammen mit Scott Tinley und Mark Allen die Gallionsfigur der Pioniertage des Triathlon. Er war der erste Seriensieger des Ironman auf Hawaii und ist heute an Forze beteiligt. Zum anderen erfüllt das abgebildete spacige Gerät einen mehr als spacigen Zweck. Abhängig davon, wie weit der Proband von seinem idealen Wettkampfgewicht entfernt ist, erzeugt es im unteren luftdichten Bereich, in dem sich die Beine und das Laufband bewegen einen Unterdruck, der den Probanden spüren lässt, wie es sich anfühlen würde, wenn er doch nur 5, 10 oder gar 20 Kilo leichter wäre. Und dieses Idealgewicht erreicht er natürlich kinderleicht mit den Produkten von Forze GPS – logisch … www.forzegps.com
Autor Claudia Degen
Fotos Claudia Degen
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Interbike
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