Einige Wochen sind ins Land gezogen und am Training hat sich lange kaum etwas geändert. Jeweils Dienstag und Donnerstags Krafttraining an Beinen und Oberkörper zu je 2 Stunden, vorher Ein- und Ausfahren á 20 Minuten, jeweils 10 Minuten im unteren und oberen GA1. Das Hypertrophietraining wich dem Maximalkrafttraining und meine Motivation stieg - vielleicht zu stark...
Zuweilen siegt dann doch das Verlangen statt der 5 Wiederholungen pro Satz das maximal Mögliche herauszuholen. Vor allem dann, wenn die Gewichte an der Maschine ausgehen und es sich im eigentlichen Sinne schon gar nicht mehr um Maximalkrafttraining handelt. So hätte ich sicher besser in den Kraftbereich des Studios wechseln sollen, wo die Eiweißexperten vor dem Spiegel ihre Muckis bestaunen, doch eigentlich will ich da gar nicht hin. Ein Fehler, wie sich nun herausstellte, denn "die paar Wiederholungen" oben drauf ließen zwar prächtig die Muskulatur sprießen, killten aber gleichzeitig die Ausdauer beim Radtraining. Langsam aber sicher bewegt man sich gen Abgrund. Der einzige Grund für die Aufrechterhaltung des Training ist der Compex am Abend, ohne diese feine Gerät und seine Programme für aktive Erholung und Regeneration hätte die Muskulatur sicher längst den Laden geschlossen. Als förderlich hat sich auch Powerbar Recovery direkt nach dem Training herausgestellt. Ich hatte da meine Zweifel und außerdem ist Schoko nicht unbedingt meine Geschmacksrichtung, aber was tut man nicht alles um leistungsfähiger zu werden? Das Zeug ist eine für mich ideale Zusammensetzung aus Kohlenhydraten, Proteinen, Vitaminen und Mineralien und schmeckt in Milch wie kalte Schokolade. Mit 300ml lässt sich problemlos der Gap zwischen Trainingsende und der Nahrungsaufnahme daheim schließen - nicht selten liegt der bei mir nämlich bei 2 Stunden und das ist für die Regeneration der Muskulatur eher suboptimal.
Am letzten Sonntag stand dann ein dreistündiges Fettstoffwechseltraining auf dem Programm, davon zwei Stunden ohne Nahrungsaufnahme - natürlich auch nur ein ein minimales Frühstück. Das Spielchen endete dann zehn Minuten vor der ersten Energieaufnahme mit einem kapitalen Hungerast, der leider nicht vorher anklingelte, sondern ganz kurzfristig eine nachhaltige Visite abhielt. Schluss mit Lustig - Hungerast - Training beendet - Totalzerstörung. Die Motivation weicht, es muss etwas passieren.
Die Planänderung
Am nächsten Tag folgt die Beratung mit Trainer Dan, der inzwischen Leistungsphysiologe bei der Crossklinik in Basel (CH) ist und nebenbei die Profis com Cervelo TestTeam berät. Das Ergebnis ist, der Krafttag am Dienstag darf wegfallen, Kraft ist inzwischen wohl genug da um das RATA zu überleben, jetzt gehts an die Ausdauer. Der neue Trainingplan für diese Woche schaut auch schon ganz anders aus:
Drei Einheiten zwischen 3-4 Stunden und eine zweieinhalbstündige Fahrt am Dienstag, dazu eine kombinierte Kraft- und Ausdauereinheit über viereinhalb Stunden am Freitag klingen nach Schinderei. Man sollte meinen das wäre nichts, schließlich fährt es sich bei dem Wetter draußen herrlich. Doch angesichts der Lage auf meinem Schreibtisch verbieten sich Fahrten außerhalb des Wochenendes draußen noch, es wird immer zu spät und so trainiere ich nach wie vor sehr viel auf dem Ergometer.
Die Umstellung auf die Sommerzeit am Sonntag wird das möglicherweise ändern, doch in einer Woche steht eh das Trainingslager in Villamarina bei Cesenatico an. Es steht zu befürchten/hoffen, dass ich dort einige Male die Strecke des Nove Colli unter die Räder nehmen werde und meine Vorliebe für Momente des Leidens in den steilen Abschnitten der Emilia Romagna auskosten kann. Ab dem 3. April werde ich regelmäßig aus dem Trainingslager berichten.
In einer Woche gehts los bis dahin und mit besten Wünschen für sonnige Tage
Ingo
Autor Ingo Kruck
Fotos Ingo Kruck
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