Paarzeitfahren ist eine fast vergessene Radsport-Disziplin. Profi-Veranstaltungen dieser Art kann man weltweit an einer Hand abzählen, die einzige bekannte deutsche Veranstaltung, die LuK Challenge, fand seit 2006 nicht mehr statt.
Einzig im Jedermann-Bereich haben die Zweier-Mannschaftszeitfahren ihren Platz gefunden. „Paarzeitfahren ist keine offizielle Disziplin mehr, die auch in den Programmen der Verbände nur noch kaum gefördert wird“, sagt Othmar Peer. Er ist Veranstalter des Okay Cups bei Innsbruck – dem einzigen großen Paarzeitfahren für Jedermann ganz Österreichs.
Seit Anfang der Neunziger Jahre veranstaltet Peer im Juni mit seinem Verein URC Sport Okay Innsbruck das Event. „Der Okay Cup ist aus einer Tradition heraus entstanden. Wir haben früher immer ein klassisches Vierer-Zeitfahren veranstaltet, welches wir schließlich zum Paarzeitfahren umgewandelt haben. Und das hat sich bewährt. Im gesamten deutschsprachigen Raum gibt es ja sehr wenige Rennen dieser Art“, so Peer.
Gerade wegen dieser Seltenheit erfreut sich der Bewerb auf den Straßen zwischen Telfs und Zirl nahe der Tiroler Landeshauptstadt in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. „Wir haben extra alle Klassen ausgeschrieben, damit wirklich jeder starten kann, der so ein Paarzeitfahren bestreiten will“, erklärt Peer. „Der Okay Cup ist ein offenes Rennen, gewertet wird nach den Altersklassen.“ Gerade diese bunte Mischung aus allen Leistungsgruppen gibt dem Rennen eine besonders familiäre Atmosphäre.

„Führung, Ellbogen raus, ausscheren, im Windschatten des Partners erstecken“. Beim Paarzeitfahren kommt es besonders auf das Zusammenspiel mit dem Mannschaftskameraden an.
Die gute Organisation, die unter anderem Getränke für jeden Teilnehmer im Ziel bereithält, trägt ihren Teil dazu bei, dass die gemeinsame Geschwindigkeits-Hatz auf der schnellen Strecke zwar zu einem anstrengenden aber lohnenswerten Erlebnis wird. „Wir bekommen auch immer wieder positive Rückmeldungen von den Teilnehmern“, so Peer, dem es auch immer wieder gelingt, Prominenz an den Start zu bringen. „Im letzten Jahr war beispielsweise Gerrit Glomser dabei“, berichtet er.
In dieser Saison waren es immerhin 50 Zweierteams, die sich um den Sieg stritten. Eine Anzahl, die Peer zufrieden stellt. „Gerade auch weil ja zum gleichen Zeitpunkt andere große Rennen ausgetragen werden, wie zum Beispiel der Glocknerkönig“, sagt er. Dass dabei auch sehr viele Teilnehmer aus dem nahen Deutschland kamen, freut ihn umso mehr. „Das gibt dem Ganzen natürlich einen internationalen Anstrich.“
Auch mit den gezeigten Leistungen war Peer zufrieden. Die Dichte im Feld reichte von Durchschnittsgeschwindigkeiten von 48,5 bis 33,5 Kilometer pro Stunde für die 22 Kilometer lange Strecke. Vom „Paarzeitfahr-Schnupperer“ bis hin zum ambitionierten Amateur sind damit alle Leistungsklassen abgedeckt.
Im nächsten Jahr wird der URC Sport Okay Innsbruck sein Paarzeitfahren erneut organisieren. Dann erhofft sich Peer auch noch mehr Beteiligung aus dem nahen Deutschland. Und vielleicht gelingt es ihm auf lange Sicht auch, mit seinem Event eine fast vergessene Radsport-Disziplin wieder zu beleben: das Paarzeitfahren.
Fotos Werner Müller-Schell
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