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Bike Technik Teil 1: Kurven

Donnerstag, den 24. Juni 2010 um 17:50 Uhr 0 Kommentare
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TeaserKurveMan stelle sich eine Bike-Strecke vor, gerade wie ein Strich durch die Landschaft und flach wie eine Flunder. Langweilig, oder? Trotzdem sind Kurven für viele Biker eine Graus. Unkalkulierbar erscheinen die Richtungswechsel, doch Absteigen und Schieben ist auch keine Lösung. Meist liegt es ja nicht an der gemeinen Natur, die einfach unfahrbare Trails hervorbringt, sonder an der Technik der Fahrer selbst. Gemeinsam mit den Guides von Bayerwald Bike zeigen wir hier an ein paar einfachen Beispielen, wie Biken noch mehr Spaß macht.

 



Teil eins beschäftigt sich dabei, wie angesprochen, mit unterschiedlichen Kurventechniken. Je nach Geschwindigkeit und Enge der Kurve ist es ratsam, unterschiedliche Tricks parat zu haben. Idealerweise würde man jede Kurve außen anfahren, innen den Scheitelpunkt passieren und zur äußeren Seite wieder heraus kommen. Der Radius wird so maximiert, die auftretenden Kräfte so klein wie möglich gehalten. Dass dies bei weitem nicht so oft möglich ist wie mit dem Rennrad auf der glatten Teerstraße beweist uns Bike-Lehrer Basti recht anschaulich.


Die schnelle Kurve

Bei langgezogenen Kurven, die mit richtig Speed gefahren werden, kommt es vor allem auf vorausschauende Fahrweise an. Korrekturen, sowohl was Geschwindigkeit und auch die Fahrlinie angeht, sind während der Kurvendurchfahrt kaum mehr möglich. Sofern überhaupt nötig sollten im Idealfall bereits vor dem Einlenken alle Bremsmanöver abgeschlossen sein.
Bei der Wahl der Fahrlinie ist prinzipiell die Taktik außen-innen-außen (wie zuvor beschrieben) von Vorteil, allerdings nicht immer. Gerade bei sehr langen Kurven vergrößert sich der Radius nicht merklich, daher sind andere Faktoren oft wichtiger. In unserem Beispiel weist die Forststraße einen deutlichen Buckel in der Mitte auf, der beim Wechsel der Straßenseite überquert werden müsste. Unterschiedlich harte Untergründe und ungünstige Winkel bei der Kraftübertragung zum Boden würden die Sturzgefahr eher erhöhen. Basti wählt deshalb von Anfang an die Innenseite und profitiert so noch etwas von der angedeuteten Steilkurve.
Damit könnte er durchaus auch sitzen bleiben und die Kurve in einfacher „Legetechnik“ durchfahren. Körper und Rad bilden dabei eine Einheit in der Schräglage. Ist zu erwarten, dass der Radius zum Ende doch kleiner wird empfiehlt es sich jedoch, sich wie gezeigt auf die „Drücktechnik“ vorzubereiten: raus aus dem Sattel, Gewicht auf das Bein zur Kurvenaußenseite hin und dann nur das Bike in die Kurve drücken. Damit sind wesentlich engere Kurvendurchfahrten möglich.
Gebremst wird bestenfalls fein dosiert, gleichmäßig auf Vorder- und Hinterrad verteilt. Bei hohen Geschwindigkeiten wäre ein Bremsfehler an beiden Seiten fatal.

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Die enge Kurve

Angefangen vom einfachen Weg-Abzweig mit Winkeln jenseits von 90 Grad bis hin zur Serpentine gilt der angesprochene Grundsatz: den Radius so weit es geht vergrößern. Dabei aber bitte nicht zu erwartenden Gegenverkehr oder den Bike-Kumpel nebendran vergessen!
Solange das Rad noch senkrecht steht wird dann mit beiden Bremsen so weit verzögert, dass zumindest das Durchfahren der Kurve ohne zu treten möglich ist. Entscheidend dafür ist die richtige Blicktechnik, um bereits im Vorfeld abzuklären, wie es am Kurvenausgang weiter geht. Ist die Geschwindigkeit erst einmal gewählt heißt es raus aus dem Sattel und das Bike in die Kurve drücken. Der Blick scannt dabei immer schon den Kurvenausgang oder aber die Alternativroute zu plötzlich auftretenden Hindernissen, wie losen Steinen oder Ästen. Spätestens im Scheitelpunkt der Kurve weiß man dann auch, ob der Speed richtig gewählt war. Mit Zug an der Hinderradbremse (und möglichst nur dort!) lassen sich Fehler noch korrigieren, mit etwas Übung auch mit leichtem blockieren des Hinterrades, so wie Basti das hier andeutet.
Besonders wenn im Anschluss gleich wieder ein Anstieg folgt gilt es dann, das Rad möglichst schnell wieder aufzurichten - und vor allem das Treten nicht vergessen!

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Technische Kurven

Abgesehen von den beiden gezeigten „Lehrbuch-Kurven“ gibt es im Biker-Alltag natürlich noch viel kniffligere Probleme zu lösen. Basti zeigt uns das auf einer steilen, engen und vor allem steinigen Kurve. Zum Üben ist dabei ideal, dass noch genügend Auslaufzonen rundherum vorhanden sind, die Fehler milde verzeihen. Auf engen Serpentinen sollte die Technik dann schon sitzen.
Zunächst gelten die Prinzipien der engen Kurve: Geschwindigkeit mit beiden Bremsen reduzieren, dabei aber den Schwung nicht „abwürgen“. Besonders wichtig ist nun der ausschweifende Blick. Dieser zeigt nämlich, dass die Anfahrt ganz außen auf den losen Steinen kaum möglich ist. Im Scheitelpunkt wäre die innere Linie ideal, dafür müsste Basti aber über die losen Steine zu seiner Linken. Daher entscheidet er sich für die sicherste Variante. Er fährt etwas langsamer, dafür mittig die Kurve an und überquert kurz vor dem Scheitelpunkt den großen Stein. Dieser ist trocken, griffig und damit wesentlich besser kontrollierbar als der Schotter links und rechts davon.
Um schneller reagieren zu können lässt Basti die Pedale dabei fast waagerecht. So kann er sich mit einer Gewichtsverlagerung nach hinten auf den kleinen Drop von dem Felsen herunter vorbereiten und könnte bei einem Verbremser auch jederzeit anfangen zu treten.
Apropos Bremsen: nicht nur nach dem kurzen Satz von dem Felsen herunter, auch im restlichen Teil dieser langsamen und steilen Kurve gilt es die Finger von der Vorderradbremse zu lassen. Ein tiefer Abstieg über den Lenker wäre die Folge.
Am Ende der Kurve korrigiert Basti die Richtung noch einmal kurz mit einem beherzten Griff am Hebel der Hinterrad-Bremse und schon geht es leicht pedalierend dem nächsten Hindernis entgegen.

Fahrtechnik300_1

 

 

Foto-CopyrightsFotos Marco Felgenhauer
creative-commons Icons Pinvoke

Weiterführende Links

Link Bayerwald Bike

 

Schlagwörter: Bike, Fahrtraining, Kurventechnik
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