
Die Finanzen und Reisetätigkeiten des italienischen Arztes und Trainers Michele Ferrari sind seit dem letzten Winter von Interpol registriert worden, wie die Nachrichtenagentur AP am 15. April meldete. Die Überwachungsaktion gibt den Dopinggerüchten um den einflussreichsten „Preparatore“ neue Nahrung und steht mit den US-Ermittlungen gegen Ferraris früheren „Kunden“ Lance Armstrong in Zusammenhang.
Polizeiliche Durchsuchungen bei Trainingslagern am Gardasee und am Ätna haben offenbar ergeben, dass der Arzt Kontakte mit Top-Fahrern wie den russischen Kapitänen von Katjuscha, dem italienischen Kletterer Michele Scarponi und dem italienischen Meister Giovanni Visconti hat.
Es ist verwunderlich, dass Ferrari immer noch aktiv ist, zumal ihm so viele Leute das Handwerk legen wollen. Doch der Mediziner ist nie aus dem Sport verschwunden, seit er 1984 anfing, mit Radsportlern zu arbeiten, darunter so prominenten wie Francesco Moser, Tony Rominger und Claudio Chiappucci. Der 58-jährige Ferrari bleibt mit der Radsportwelt auch über den Blog auf seiner Homepage www.53x12.com in Verbindung.
Zwei Wochen vor der Meldung von AP kommentierte er Fränk Schlecks Leistung beim Critérium International und stellte als Erster fest, dass dieser beim Zeitfahren einen Trinkrucksack als illegale „Brustverkleidung“ benutzt hätte. Einen Tag nach dem Flèche Wallonne, während bereits offiziell gegen ihn ermittelt wurde, berechnete Ferrari provokant Philippe Gilberts Wattleistung auf der Mur de Huy. Das ist bittere Ironie, wenn man bedenkt, dass er bei diesem Rennen 17 Jahre zuvor die Dopinggerüchte um das Team Gewiss nicht gerade zerstreute, als er versicherte: „EPO ist nicht gefährlich, nur der Missbrauch davon. Es ist auch gefährlich, zehn Liter Orangensaft zu trinken.“
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Foto Tim de Waele
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