
Nummer 64 lebt - das lässt sich erwartungsgemäß nach der ersten Allgäu-Testfahrt berichten. Unser nummeriertes Sahnestückchen von Specialized hat jede Menge Köpfchen und macht mit der „Future Shock Brain“-Gabel und dem Brain-Dämpfer eiskalt kurzen Prozess mit störenden Einflüssen, die in irgendeiner Form den Vortrieb beeinflussen könnten.
So und mit deutlich unter zehn Kilogramm Endgewicht lässt sich sogar das Herz eines eingefleischten Hardtail-Liebhabers gewinnen, sofern das Konto stimmt, denn unser Modell stellt die Speerspitze der Mountainbike-Technik bei Specialized dar – knappe 7.000 Euro soll der Spaß kosten! Am Epic haben die Amis alles richtig gemacht – ein Rahmen mit perfektem Carbon-Finish zum Träumen, in Sachen Gewicht und Verarbeitung mit einer nur als perfekt zu bezeichnender Kinematik, Hightech bei Federung und Dämpfung und edelste Komponenten aus dem Hause Shimano (XTR 2011) und Avid (Ultimate SL Bremsen). Dazu die weltcuperprobten Roval-Laufräder Control SL und die fast schon legendäre Kombination aus S-Works Kurbel und Lager, die nicht nur superleicht und extrem steif ist, sondern auch optisch durchaus einen Reiz hat. Der Vergleich zum Vorjahresmodell ist schnell gemacht: der Schnellspanner hinten wich einer Steckachse, die in der ebenfalls neuen 142-mm-Nabe ruht – hätte es beides nicht gebraucht, ist jetzt aber so und bringt etwas mehr Steifigkeit und Sicherheit im Rücken.
Die sehr ausgefeilte Kinematik ermöglicht dem neuen Top-Epic enorme Anpassungsfähigkeit und Bandbreite. Egal ob auf deiner anspruchsvollen XC-Piste oder einem leicht verblockten Trail, scheinbar gibt es immer die passende Antwort auf die Anforderungen der Strecke. Dieser Umstand macht das 9,8 Kilogramm leichte Fully zur Allzweckwaffe und ist auch für ungeübtere Fahrer sehr gut beherrschbar. Die Grenzen sind allerdings auch hier gesteckt - 100 Millimeter Federweg an Federgabel und Dämpfer taugen natürlich nicht für Freeride- und Enduroeinsätze.
Fazit Unterm Strich klar das beste und wahrscheinlich schnellste aller Fullys bei unseren Kurztests und ein Garant für schlaflose Nächte. Dafür steht allerdings auch der hohe Preis und das wäre dann auch der einzige Kritikpunkt am S-Works Epic 2011.
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