Gute Komponenten und ein vielfältig justierbares Fahrwerk machen das Ghost interessant – vor allem, wenn’s bergab geht.
Ghost kann sich neuerdings mit olympischem Gold schmücken – bei ihrer Fahrt zum wichtigsten Sieg ihrer Karriere war Sabine Spitz auf einem Carbon-Hardtail der Marke unterwegs. Dass die Oberpfälzer auch vollgefedert können, beweisen sie mit dem AMR Plus 7500, einem im besten Sinne klassischen Viergelenker. Vorderer Schwingendrehpunkt auf Höhe des mittleren Kettenblattes, Horst-Link vor dem Ausfallende, Umlenkwippe und verschmutzungsarm im Rahmendreieck untergebrachter Dämpfer, der dennoch einen Flaschenhalter duldet – das sind die Zutaten für ein top funktionierendes Fully, das auch für anspruchsvolle Strecken taugt.
Im FahrradNews-Test gehört das Ghost dann auch zu den absoluten Abfahrtskünstlern; Gabel und Hinterbau sprechen sensibel an und halten viel Federweg bereit.
Das Fox-Fahrwerk bietet vielfältige Verstellmöglichkeiten: Am Dämpfer sorgt die ProPedal-Technik dafür, dass Wippbewegungen, wie sie etwa bei schnellem Wiegetritt vorkommen können, unterdrückt werden. Das funktioniert, indem das Losbrechmoment des Dämpfers erhöht wird; so zeigt er sich schwingungsresistent, macht bei kräftigen Stößen jedoch auf. Drei Stufen stehen zur Wahl, von kaum spürbar bis ziemlich hart.
Die absenkbare Fox-Talas-Gabel macht sich vor allem bei steiler Bergfahrt bemerkbar, wo durch die eher aufrechte Sitzhaltung die Überschlagsneigung nach hinten wächst. Die Federwegsreduzierung von 140 auf 100 Millimeter bringt das Fahrergewicht deutlich mehr nach vorne und hält das Vorderrad sicher am Boden. Mit Ritchey-Parts und einer kompletten Shimano XT ist auch in Sachen Ausstattung alles im grünen Bereich. Selbst ausgesprochene Vielfahrer dürften diese Teile kaum an ihre Verschleißgrenze bringen und die Funktion von Schaltung und Bremsen (mit 180-mm-Scheiben) ist über jeden Zweifel erhaben. Schwalbes Fat Albert sorgt mit seinem Allround-Profil für Grip und Kurvensicherheit und ist dank SnakeSkin-Seitenwand gegen seitliche Verletzungen gefeit.
Allein das recht hohe Gewicht von 13,3 Kilo ohne Pedale trübt die Freude ein wenig, denn bergauf zählt auch in der All-Mountain-Kategorie jedes Pfund. Deutlich leichter wird’s bei Ghost in dieser Klasse nur mit Carbonrahmen – aber dann eben auch merklich teurer.
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