Aus dem Müsing-Baukasten kommt ein sensibel ansprechendes Bike mit großen Federwegen – inklusive Design-Flaschenhalter aus Carbon.
Jede Menge Trail-Spaß bietet Müsings Offroad-Axt. Mit runden Rahmenrohren und einer grazil gefrästen Dämpferaufnahme im Rahmendreieck bietet das C-Axe eine klassische Optik. Die ausgeprägte Sloping-Geometrie lässt es gedrungener wirken, als es ist – in Wirklichkeit ist der Rahmen lang genug, um genug Druck aufs Vorderrad zu bringen, auch wenn es mal extra steil bergauf geht. Dabei ist auch die Fox Talas mit verstellbarem Federweg behilflich, die sich in drei Federwegsstufen absenken lässt.
Der Hersteller verbaut eine komplette Shimano XT inklusive Naben, kombiniert mit bissigen Magura-Louise-Discs – angesichts des Preises eine überzeugende Ausstattung, was durch Syncros-Anbauteile und einen hochwertigen Acros-Steuersatz noch unterstrichen wird. Markant ist die große Umlenkwippe am schwarz lackierten Hinterbau, die den Hub des Dämpfers in ganze 145 Millimeter Federweg am Hinterrad übersetzt. Die schon erwähnte Fox Talas RLC bietet maximal 140 Millimeter Weg – mehr als genug also für verblockte Trails und schnelle, downhillmäßige Abfahrten.
Der sehr linear arbeitende Hinterbau spricht sensibel an, doch käme dem DT-Swiss-Dämpfer etwas mehr Progression zugute. Für leichtes Vorankommen auf ebenem Untergrund lassen sich Dämpfer und Gabel blockieren. Für die graphische Gestaltung seiner neuen Produktlinie konnte Müsing sogar einen Designpreis einheimsen: Der Herstellername findet sich nur rechts am Unterrohr, wobei das „M“ von der Form des Carbonflaschenhalters aufgenommen wird. Ungewöhnlich ist das Vorkommen von Cantileversockeln am Hinterbau – wer die wohl heutzutage noch braucht?Höchstens ein paar Sparfüchse, die sich im Müsing-Konfigurator ein C-Axe mit günstigsten Komponenten zusammenstellen ...
Bei Müsing fällt die Reifenwahl auf den Conti Mountain King in 2.4 Zoll Breite. Der Alleskönner gilt zu Recht als ausgesprochen griffig, bei feinfühligen Lenkmanövern auf dem Trail erweisen sich die kräftigen Profilblöcke jedoch als etwas störrisch. Angesichts der insgesamt guten Performace der roten Axt ist das aber nur eine Kleinigkeit.
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