Viel Technik für gutes Sitzen
Großen Aufwand betreibt Bionicon, um optimale Downhill- und Klettereigenschaften unter einen Hut zu bringen. Die Herausforderung besteht darin, zwei unterschiedliche Sitzpositionen zu realisieren: eine flache gestreckte, die am Hang Druck aufs Vorderrad bringt, und eine eher aufrechte, nach hinten orientierte, die auf der Abfahrt das Fahrergewicht nach hinten verlagert. Und natürlich wünscht
man sich bergab viel Federweg mit sensiblem Ansprechverhalten, im Anstieg dagegen ein wippfreies, eher straffes Fahrwerk.
Die Lösung des süddeutschen Herstellers ist beinahe genial: Einfach die Taste am Lenker gedrückt halten und dabei die Bionicon-Doppelbrückengabel nach unten drücken, gleichzeitig fährt das langhubige Federbein aus und verhärtet sich. An der Gabel verbleiben sieben Zentimeter Restfederweg, bergauf bei langsamem Tempo immer noch ausreichend. Die Rechnung geht auf: Auf steilen Anstiegen bleibt das Vorderrad sicher am Boden, wo sich andere Bikes schon längst aufgestellt haben.
Der ausgefahrene Dämpfer schiebt den Fahrer nach vorne, was insgesamt eine sportlichtourenmäßige Sitzposition ergibt. Ein erneuter Tastendruck gibt Gabel und Hinterbau frei und macht das Supershuttle bereit für den Downhill. Hier erweist sich der Hinterbau als sehr sensibel, auch wenn er aufgrund der langen Schwinge nicht sonderlich steif ist. Die Gabel nutzt ihre 150 mm Federweg nur im Grenzbereich voll aus, da sie stark progressiv ausgelegt ist, spricht jedoch ebenfalls gut an.
Bionicon montiert einen Mix aus Sram- und Shimano-Teilen, dazu eine Truvativ-Kurbelgarnitur. Schön sind die Bremsen, bei denen sich der Druckpunkt justieren lässt: Dreht man an der Einstellschraube, wandert er näher zum Lenker – bei gleichbleibender Griffweite. Einen Lenkervorbau sucht man an der Doppelbrückengabel natürlich vergebens; die Steuerstange sitzt in zwei Lenkerböckchen, die drehbar gelagert sind und so einige Zentimeter Verstellbereich erlauben. Den großen technischen Aufwand beim Rahmen lässt sich Bionicon nicht übermäßig teuer bezahlen: Glatte 3400 Euro bei klassenüblichen 14,3 Kilo – ist das ein Wort?
![]()
| Preis | 3400 Euro |
| Gewicht (ohne Pedale) | 14,33 kg |
| Rahmen | Alu-Eingelenker mit Fahrwerksverstellung (5° bis 7° steiler) |
| Dämpfer | X-Fusion O2 PVA |
| Gabel | Bionicon Doubleagent Doppelbrückengabel |
| Federweg v/h | 70-150//160 mm |
| Gruppe | Mix |
| Tretlager | Truvativ Stylo |
| Schaltung | Sram X.9 Schaltwerk/Hebel, Shimano XT Umwerfer |
| Bremsen | Formula |
| Laufräder | Naben Bionicon/DT Felgen Alex XD-Lite |
| Bereifung | Schwalbe Nobby Nic SnakeSkin |
| Lenker | Bionicon Barfly |
| Vorbau | –/verstellb. Lenkerböckchen |
| Sattel | WTB Laser V |
| Stütze | Bionicon |
Links
Autor Bertram Bergfeld
Fotos Kai Dudenhöfer photosign.net
Bionicon
Dies sind die Bikes, mit denen Rennen gewonnen werden – und zwar nicht irg...
Bei den Herstellern von Fahrrad-Bekleidung war die neuseeländische Firma I...
Es gibt unzählige Methoden sich bei einem Sturz mit dem Rad unschöne V...
Fünf Hardtail MTBs unter 1.500 Euro, die ihr Geld wert sind. Hie...
In der Preisklasse bis 1200 Euro wurde es bei der Suche nach e...
Gibt's es eigentlich nur im Baumarkt günstige E-Bikes? Nein - do...
Die Anforderungen an eine MTB-Sattelstütze sind klar: Sie muss...
Passend zum vorherigen Artikel über selbstheilende Fahrradschläuche ...
| < Zurück | Weiter > |
|---|





