„Weniger ist mehr“ sagte man sich bei Sram und entwickelte auf dieser Grundlage eine neue MTB-Topgruppe mit 20 Gängen. Nach vielen Gerüchten und ersten Schnappschüssen im Netz stellte man nun die XX offiziell vor.
Wie soll man eine Gruppe bezeichnen, die noch einmal verbessert wurde, man aber bereits bei X.0 angelangt ist? Nun, mit XX traf man wohl nicht nur eine Entscheidung mangels weiterer einstelliger Ziffern, sondern weist auch auf das auffälligste Merkmal von Srams neuen High-End-Komponenten hin: zweimal die römische zehn, also zwanzig Gänge. Klingt irgendwie nach der Übersetzungskombination eines Rennrades und so ist es auch. An der Kurbel kommt die XX mit zwei Kettenblättern aus, dafür bekam die Kassette ein Ritzel mehr spendiert. Entsprechend kommt auch die 10-fach Kette PC1090 zum Einsatz, die man bereits von der Sram Red her kennt. Und das sollte nicht die letzte Gemeinsamkeit mit der Straßen-Gruppe sein
So ist die XX auch die erste komplette MTB-Gruppe aus dem Hause Sram, die auch also solche vorgestellt wird. Die 2-fach Kurbel kommt von Truvativ, was aber ebenso klein aufgedruckt ist wie der Avid-Schriftzug auf den Bremshebeln. Wesentlich auffälliger ist das XX-Logo, das auch an entsprechenden SID, Reba und Revelation Gabeln von Rock Shox verwendet wird. Nicht ganz unbescheiden betont man daher bei Sram, dass dies wohl die erste Komplettgruppe sein dürfte, die sogar eigene Federgabeln beinhaltet.
Ein recht unscheinbares Bauteil steht dabei symbolisch für diesen Zusammenschluss der einzelnen Marken des Sram-Konzerns: die „Matchmaker X Clamp“ genannte Schelle, mit der Brems- und Schalthebel sowie die XLoc-Taste der Federgabel am Lenker befestigt werden. Aufgeräumte Optik und minimales Gewicht sind dabei die technischen Vorteile dieses Aluminium-Teiles, das mit einer einzigen Titan-Schraube Sram, Avid und Rock Shox zusammenbringt.
Ebenso wurde bei vielen anderen Bauteilen an Gewicht eingespart. Am meisten an der neuen Kurbel und das nicht nur durch den Verzicht auf ein drittes Kettenblatt. CNC-gefräste Kettenblätter mit vergrößertem Lockreis-Durchmesser und neue Carbon-Kurbelarme tun ihr übriges. Um die Gangwechsel an der XX Crank noch leichter zu machen, hat man darüber hinaus an den Steighilfen am großen Kettenblatt gearbeitet. Gemeinsam mit dem neuen Umwerfer soll dieses X-Glide-Konzept für noch schnellere Gangwechsel sorgen - man darf also auf eine Testfahrt gespannt sein. Lieferbar werden Varianten für BB30 und GXP Innenlager sein.
Auch bei der Kassette wurde erste einmal die CNC-Fräse angeworfen und nach einem ähnlichen Prinzip wie bei den PowerDome-Ritzeln der Straßenkomponenten ein Großteil aus einem einzigen Stück Stahl geschnitten. Lediglich das kleine 11-er Ritzel ist einzeln gefertigt, ebenso das größte aus Aluminium. Knapp 100 Gramm konnten so eingespart werden, verglichen mit der bisherigen Powerglide-II Kassette mit 9 Gängen.
Und die Liste ließe sich problemlos verlängern: die XX Disc Brakes sind leichter als die Juicy Ultimate, die XX Schalthebel, Schaltwerk und Umwerfer wurden gegenüber der X.0 noch weiter getunt. Insgesamt sollen so in der leichtesten Variante gerade noch 2200 Gramm zusammenkommen, über 300 Gramm leichter als beispielsweise eine Shimano XTR.
Die Zielgruppe dürfte damit ebenfalls sehr eng umrissen sein: Cross Country Race. Also alle diejenigen, die sich auf der Jagd nach noch leichteren Rädern weder von der geringeren Auswahl an Gängen noch vom entsprechend hohen Preis abhalten lassen. In den USA sollen schon mal 2430 Dollar genannt worden sein.
Gewichte und Varianten:
| Gewicht | Spezifikationen | |
| Schalthebel | 184 g / Paar | 2x10 Gänge |
| Umwerfer | 118 g (Low Mount) | High Mount, Low Mount od. Direct Mount Befestigung |
| Schaltwerk | 181 g | 10-fach / max. 36 Zähne |
| Kurbel | 694 g (BB30) | 26-39, 28-42, 30-45 Zähne; jeweils BB30 od. GXP |
| Kassette | 185 g (11-32) | 11-32; 11-36 Zähne |
| Bremsen | 576 g (Direct Mount) | 140 mm / 160 mm / 185 mm Durchmesser |
| Kette | 255 g | 10-fach |
Autor Marco Felgenhauer
Fotos Sram
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