Es kommt nicht nur auf die technischen Leistungen an dachte man sich bei Hayes bei der Entwicklung der Stroker Scheibenbremse. Mit der Stroker Gram setzt man nun der ohnehin schönen Baureihe das Sahnehäubchen auf.
Dass es bei Disc-Brakes keine Weiterentwicklungen geben würde ist ebenso unsinnig wie auf einen weiteren Quantensprung der Ingenieure zu warten. Die Systeme der großen Hersteller sind allesamt ausgereift, Neuerungen erfolgen nur noch in kleinen Schritten. So ist es nur konsequent, dass man sich bei der Hayes Stroker nicht nur auf verbesserte Technik verlässt. Schon beim Auspacken fällt auf, an dieser Bremse waren maßgeblich auch Designer am Werk. Der Geberzylinder steht im 90-Grad-Winkel vom Lenker ab, was mit der schräg abgehenden Bremsleitung eine sehr kompakte Bauform ergibt. Schmale Lenker, dazu Schalt- und Lock-Out-Hebel? Mit der Stroker bleibt trotzdem Platz am Lenker. Dank der zweifach verschraubten Klemmschelle kann auch bei der Montage alles andere am Lenker bleiben! Die Befestigung des Bremshebels ist dabei ebenso schwungvoll konstruiert worden wie der zierliche Hebel selbst und ist bei der Gram sogar noch ausgefräst. Leichtbau vom feinsten, da passt auch der Carbon-Griff und die überall verwendeten Titan-Schrauben gut ins Bild.
Doch auch technisch wurde die Stroker verbessert. Ein vergrößerter Ausgleichsbehälter am Geberkolben steckt größere Schwankungen bei Temperatur und Belag-Verschleiß besser weg als beim Vorgänger HFX-9. Außerdem ist die Griffweite über ein sauber gerastertes Rändelrad direkt am Bremshebel sauber und bequem einzustellen, selbst während der Fahrt. Der Bresmssattel blieb größtenteils unverändert, nach wie vor besteht er aus zwei verschraubten Teilen, was die großen Verschlüsse für die Sattelnehmerkolben erspart. Lediglich die Fläche der Bremsbeläge wurde etwas größer.
390 Gramm wiegt das komplette System damit am Vorderrad mit der gelieferten 160er Scheibe, am Hinterrad wäre mit einer 140er sogar noch ein bisschen weniger drin. Sicherlich ein Top-Wert, den man aber auch bezahlen muss: 430 Euro kostet ein komplettes Bremsenpaar, mit größeren Scheiben (180 beziehungsweise 203 Millimeter Durchmesser) sind es 450 oder sogar 470 Euro. Die insgesamt 90 Gramm schwerere Stroker Trail würde in der teuersten Variante nur 300 Euro kosten. Titan und Carbon will eben bezahlt sein, doch schon aus optischen Gründen ist es die Sache wert!
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Nebst den angesprochenen Versionen Gram und Trail gäbe es die Stroker noch als Einsteiger-Modell Ryde, das mit 160er Scheiben gerade mal 200 Euro kosten soll. Wer es richtig bissig mag greift zum Vierkolben-Modell Ace, welches preislich zwischen Trail und Gram liegt, aber etwas schwerer ist.
Für den Cross-Country Einsatz bis hin zur absoluten Race-Kategorie ist die Gram aber sicherlich die beste Wahl. Selbst mit der kleinsten Scheibe am Hinterrad geht sie bissig zu Sache, ganz entgegen der filigranen Optik. Die 203er Scheibe dürfte damit auch für schwere Fahrer auf langen Abfahrten in allen Situationen ausreichen. Der schmale zwei-Finger-Hebel liegt gigantisch gut in der Hand und dank Weitenverstellung immer in der richtigen Entfernung. Hier spielt bei weitem nicht nur das Aussehen eine Rolle!
Autor Marco Felgenhauer
Fotos Marco Felgenhauer
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