
Vielseitigkeit steht hoch im Kurs bei Mountainbikern. Wer möchte auf dem Trail schon mit einem Hardtail hantieren oder das hohe Gewicht eines Trail-Boliden über eine Marathonstrecke schleppen? Wir jedenfalls nicht, weshalb wir das Trek-Topmodell EX 9.9 voller Vorfreude auf unsere Teststrecke rollten.
Rein optisch gesehen, hat sich am 2010er-Modell im Vergleich zum Vorgänger nicht viel getan. Das ist gut so, denn am visuellen Eindruck war nichts auszusetzen. Die Änderungen stecken im Detail und sind vor allem am Heck zu fi nden. Bis vor Kurzem werkelten hier nämlich Alu-Sitzstreben am Carbon-Rahmen, was zumindest auf dem Papier etwas irritierte. Mit den neuen Carbon-Streben gewinnt Trek neben einer geringeren Baubreite, die nun für Rollentrainer geeignet ist, auch ein Mindergewicht von immerhin 100 Gramm – weitere 100 Gramm blieben bei den übrigen Upgrades auf der Strecke.
Gewichtsverlust ist auch das Stichwort der „Fox Fit F120“-Federgabel mit 120 mm Federweg und einem spürbar guten Verhältnis zum „Fox Float RP23 Boost Valve“- Dämpfer. Die Harmonie dieser beiden Komponenten ist beim Trek als deutlicher Technologiefortschritt zu verbuchen.
Für Tourenfahrer wirken die QR15-Steckachsen überdimensioniert; auf den teilweise recht ruppigen Trails im Voralpenland sorgten sie während der Testfahrten aber für einen Zugewinn an Steuerkontrolle. Maßgeblich beteiligt daran: die Bereifung mit den recht massiven Bontrager XDX 2.2, die sich mit ihrem markanten Flankenprofi l in schnellen Kurven ordentlich im Untergrund verbeißen, bei langen Drifts aber auch zum Bocken neigen.
Truvativs Kurbelsatz Noir ist optisch eine Geschmacksfrage, technisch gesehen jedoch eine gute Lösung. Zusammen mit dem XTR-Umwerfer und dem Sram-X.0-Schaltwerk fährt sich das Fuel erwartungsgemäß problemlos und bleibt auch bei starken Erschütterungen unbeeindruckt – die Kette blieb da, wo sie hingehört, und der massive Strebenschutz unbefleckt. Verzögert wird mit Avids Elixir CR, die bissig zupacken und dabei jederzeit gut dosierbar bleiben. Wer sich etwas Zeit nimmt, kann die Bremse mittels „Contact- and Reach-Adjust“ werkzeuglos auf seine eigenen Bedürfnisse einstellen.
Potenzial für weitere Gewichtsersparnis bietet der Sattel aus dem Bontrager-Sortiment. Da lassen sich schnell noch 50 Gramm wegsparen; mangelnden Komfort kann man dem RXL allerdings ebenso wenig vorwerfen wie der Sattelstütze, dem Vorbau und auch dem toll verarbeiteten Riser-Carbonlenker der Eigenmarke.
Fazit Schon das Vorjahresmodell war ein Spaßgarant und fuhr sich auf Trail und Marathon hervorragend. Das topausgestattete Update legt noch einmal nach – sehr ausgewogenes, agiles Fahrverhalten mit stimmigem Gesamtkonzept.
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