Wenn es um Hight-Tech geht, ist man bei Scott immer an der richtigen Adresse. Viele Innovationen, die man heute wie selbstverständlich an jedem Mountainbike findet, gehen zurück auf den Entwicklergeist der amerikanischen Rahmenschmiede – sofern dieser Begriff im Zeitalter der Kohlenstofffaser noch angebracht ist.
Nahtlos fügt sich das Scott Genius in diese Reihe der technischen Weiterentwicklungen ein und hat als blütenweiße Contessa-Edition auch noch optisch einiges zu bieten. Das interessanteste Detail des Lady-Trailbikes heißt „TwinLoc“: Ein Hebel steuert gleichzeitig und in drei Stufen sowohl die Gabel als auch das Federbein. Position eins nutzt den
kompletten Federweg von 150 Millimetern an beiden Federelementen, Position drei ist der totale Lock-Out. Richtig interessant wird’s in der Mittelstellung, dem Traction Mode: Während die Gabel voll arbeitet, wird der Federweg am Dämpfer auf 95 Millimeter reduziert.
Nebst reduziertem Wippen soll sich Scott zufolge auch die Geometrie zugunsten der Klettereigenschaften ändern. Jedenfalls war das Genius das ideale Bike für den kurzen, knackigen Testkurs mit anspruchsvollen Single-Trail-Abfahrten und einem Asphalt-Anstieg zum Ende hin. Gerade in dem schnell wechselnden Gelände wäre ohne den kleinen Hebel
am Lenker eine Anpassung des Fahrwerks kaum möglich. Dass mit den angesprochenen Federwegen keine Abfahrt zu schwierig war, braucht wohl nicht extra erwähnt zu werden.
Was ist sonst noch neu?
Natürlich wurde weiter am Rahmengewicht gefeilt. IMP4 heißt der neueste Verarbeitungsprozess bei Scott, doch mehr Informationen lässt die Geheimhaltung leider nicht zu. Material wurde eingespart, elf Prozent beispielsweise am Steuerrohr, womit das Rahmenset samt Dämpfer nun auf 2250 Gramm kommt. Und auch dieser, Equalizer 2 genannt und aus dem eigenen Haus stammend, ist neu, mit Technologien wie OTS und CSM – aber Hauptsache, er unterstützt den genialen Traction Mode.
Wie es sich für ein anständiges Trailbike gehört, kommt Shimanos SLX zu Einsatz, kombiniert mit einem XT-Schaltwerk als Ausreißer nach oben in der Komponenten-Hierarchie. Gebremst wird mit einer Avid Elixir R mit 185er Scheiben, was den Ansprüchen der Genius-Fahrerinnen ebenso gerecht wird, wie die stabilen DT-Swiss-Laufräder und die mächtige Fox Talas RL. Alle unbeweglichen Anbauten am Rad kommen selbstredend von Scott.
Fotos Marco Felgenhauer
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