In der Kürze liegt die Würze, dachte man sich bei Specialized und verpasste dem Safire ein derart kurzes Oberrohr, dass unsere Testfahrerin Sissi bergauf schon fast in den Lenker beißen konnte. Doch Scherz beiseite – dieser Lady-Kracher von einem Mountainbike ist ein astreines Trail-Bike mit Damenmaßen.
Die angesprochene Geometrie wird obendrein durch den kurzen Stummel-Vorbau unterstrichen. Das Ergebnis ist ein wuseliger Single-Trail-Flitzer, der bei schnelleren Abfahrten durchaus gefühlvolles Agieren mit dem 64 Zentimeter breiten Lenker erfordert – sonst wird die Fahrt schnell etwas flatterig. Damit Frau auch sonst keine bösen Überraschungen
erleben muss, kann das Safire mit sauber abgestimmten 120 beziehungsweise 130 Millimetern Federweg aufwarten. Das Fox-Triad-Federbein arbeitet dabei in drei Stufen: Offen, Lockout und dazwischen noch mit reduziertem Weg im ProPedal-Modus. Letzterer ist für knifflige Anstiege gedacht, damit auch im Uphill das Hinterrad jederzeit Bodenkontakt behält. Die Gabel kann man in solchen Situationen dann komplett sperren.
Für allzu steile Rampen ist dieses Specialized aufgrund der kurzen Geometrie sowieso eher ungeeignet. Bleiben wir also bei dem, was das Safire besonders gut kann: beschleunigen
zum Beispiel. Einfach beide Federelemente auf Lockout, und schon kann’s losgehen, die Laufräder können schließlich einiges wegstecken. DT Swiss X420SL-Felgen (für die Ladys
natürlich in Weiß!) und passende Speichen aus gleichem Hause gehen mit den Naben eine steife und damit quicklebendige Verbindung ein. Selbst von harten Bremsmanövern
mit Avids „Elixier SL“-Stoppern lassen sich diese Laufräder nicht aus dem Konzept bringen. Warum allerdings vorne und hinten Naben unterschiedlicher Hersteller verwendet
werden, leuchtet auch auf den zweiten Blick nicht unbedingt ein.
Wäre das Safire ein Hardtail, könnte man sich ebenso fragen, wieso am hinteren Laufrad nur ein 2,0 Zoll breiter The Captain montiert wurde. Da aber der Dämpfer für ausreichend Komfort sorgt, lässt sich die schmale Variante durchaus logisch erklären: Auf weichem Untergrund fährt es sich damit klar besser als mit überbreiten Latschen. Vorne ist der Captain dagegen 2,2 Zoll dick und hält das Bike damit auch auf festem Untergrund auf Kurs. Bliebe nur noch die Frage zu klären, wie man einen Damensattel Ariel taufen kann. Zumindest ist das Teil so bequem, wie man es von Specialized erwartet ...
Fotos Marco Felgenhauer
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