Das pfeilschnelle Fully mit der schlauen Federung macht den Griff zum Lockout-Hebel überflüssig.
Mit dem „Brain“-System war Specialized vor acht, neun Jahren einer der Vorreiter „intelligenter“ Federelemente. Das Ziel, einen Dämpfer zu entwickeln, der zwischen Fahrbahnstößen und Antriebseinflüssen unterscheiden kann, erreichte man mit einem speziellen Masseträgheitsventil, das nur bei einem Schlag von unten öffnet, ansonsten aber das Federelement blockiert.Wo der Fahrer sonst etwa im Wiegetritt Unruhe ins Fahrwerk brachte, blieben die Brain-Dämpfer und -Gabeln starr.
Das begeistert heute immer noch und funktioniert sogar noch besser. Jahrelanger Feinschliff hat das System optimiert; bei aktuellen Brain-Fullys gesellen sich zu den guten Federungscharakteristika zahlreiche Einstellmöglichkeiten, anhand derer sich das Fahrwerk genau auf den Nutzer abstimmen lässt. So lässt sich etwa festlegen, ob die Ventile nur bei sehr harten Stößen öffnen oder eher sensibel arbeiten sollen – je nachdem wandelt sich das Epic eher zum Race- oder zum Tourenbike.
Das „Gehirn“ des hinteren Dämpfers ist ausgelagert und befindet sich in einem kleinen Zylinder in Achsnähe, also genau dort, wo sich die Fahrbahnstöße am stärksten auswirken.
Das Cockpit am Testrad – kurzer Vorbau und Riser-Lenker – macht dieses Epic eher zum Tourer, wenn auch mit sportlichen Anlagen. 100 mm Federweg vorne und hinten sprechen
eher die Sport-Fraktion an; viel Carbon drückt das Gesamtgewicht auf knapp elf Kilo. Dabei bestehen sogar das Gabelschaftrohr sowie die Gabelkrone aus dem Fasermaterial, während der Hinterbau metallischer Natur ist. Das Zusammenspiel von Sram X.0 und Shimano XT funktioniert perfekt; die Bremsanlage des Testrades in Größe L muss auf 160/140-mm-Scheiben vertrauen – bei größeren Rahmen gibt’s 185/160er Discs, was dem Tourenfahrer sehr entgegenkommt.
Fazit Der Tourer unter den Race-Fullys überzeugt durch die ausgereifte Federung.
Fotos Kai Dudenhöfer
Icons Pinvoke
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