Marin sortiert seine „Attack Trail“-Modelle ins All-Mountain-Segment ein, dank großer Federwege zeigen sie jedoch bereits deutliche Freeride-Anlagen. „Wie das wohl funktioniert?“, fragt man sich mittlerweile immer öfter, wenn man einen Parallelogramm-Hinterbau unter die Lupe nimmt. Beim „Quad Link 2.0“-System scheint die Sache recht klar zu sein: Ein Stoß hebt das Hinterrad an, die Geometrie des Parallelogramms schiebt es leicht nach hinten weg.
Schon auf den ersten Metern merkt man, dass das Marin trotz des üppigen Federwegs von 150 mm eher zur straffen Gattung gehört. Selbst wenn man einen Negativfederweg von 30 Prozent einstellt, das Heck beim Aufsitzen also tief einsinkt, ist ein Durchschlagen des hinteren Dämpfers kaum möglich. Dabei macht das Attack Trail in dieser Abstimmung bei abfahrtsorientierten Touren richtig Spaß. Wie schon bei anderen Rädern festgestellt, ist der auch am Marin verbaute Rock Shox Monarch ein eher straffes Federbein; an diesem Rad ist die Dämpfung der Druckstufe jedoch im grünen Bereich. Dies zeigt, wie sehr das Urteil über einen Dämpfer von der Hinterbaukinematik abhängt – oder wie stark ein unpassender Dämpfer einen eigentlich gut funktionierenden Hinterbau nach unten ziehen kann.
Die vom Hersteller RockShox empfohlene Paarung des Monarch-Dämpfers mit der Revelation-SL-Gabel jedenfalls funktioniert tadellos – die Gabel spricht gut an und nutzt ihre 150 mm Weg voll aus. Passend zum All-Mountain-Einsatzgebiet gibt’s stabile Steckachsen am Marin, und zwar auch für das Hinterrad; der Laufradwechsel geht dennoch schnell von der Hand.
Funktional ist die Sram-Schaltung plus Shimano-Umwerfer, gute Haltbarkeit versprechen Laufräder von WTB. Die sonstige Ausstattung ist klassenüblich; eine zusätzliche Zugführung für eine absenkbare Sattelstütze mit Lenkerhebel ist auch vorhanden.
Fotos Kai Dudenhöfer
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