
Überraschend leicht fällt das eigenständige Koga aus. Dabei setzen seine Macher auf einen Dreifach-Antrieb – Sportfahrer werden das schade finden.
Gerade mal 2500 Euro ruft Koga für die sehr eigenständige schwarz-weiße Raubkatze auf; der Gang zur Waage bringt eine zweite Überraschung: Knapp 7,7 Kilo sind ein beachtlicher Wert in dieser Preisklasse und zeugen davon, dass der Kohlefaser-Koga nicht nur ungewöhnlich gestaltet ist, sondern auch technisch auf hohem Niveau liegt.
Elegant ist der Wechsel von kantigen Formelementen und weichen Schwüngen, sehr schön die innenliegende Zugführung im leicht bogenförmigen Oberrohr. Gelungen ist auch die Zugführung durchs Steuerrohr, die allerdings ohne Justageschrauben auskommen muss. Am breiten Monosteg des Hinterbaus fällt der sehr enge Reifendurchlauf auf.
Das breite Tretlagergehäuse ist gleich zweifach auffällig: zum einen durch den auch optisch betonten Fortlauf des Unterrohrs in die Kettenstreben, was für optimalen Kraftfluss sorgt, zum anderen durch das „Press Fit“-Innenlager nach Shimano-Standard, das eingeschraubte Lagerschalen überflüssig macht.
Mit ziemlich genau einem Meter Radstand und 73 Grad Lenkwinkel fährt sich das Koga sehr ausgewogen, dabei nicht übermäßig agil. Das geringe Gewicht und die gefühlt hohe Rahmensteifigkeit kommt flotten Antritten zugute.
Alles super also? Eigentlich schon, doch angesichts der Entscheidung, das Kimera Road ausschließlich mit Dreifach-Kurbelsatz auszuliefern, möchte man sich die Haare raufen. Denn einmal abgesehen davon, dass eine Zweifach-Kurbel gut 100 Gramm Gewichtsersparnis bringt und eine deutlich schönere Optik bietet, muss man bei der Dreifach-Variante ein schlechteres Schaltverhalten durch problematischen Kettenschräglauf in Kauf nehmen, will man etwa auf dem großen Blatt zumindest acht der zehn Ritzel nutzen. Und Vorteile in Sachen Bergtauglichkeit hat Dreifach am Rennrad ohnehin nicht mehr: Der kleinste Gang des Koga, 30/25, ist praktisch identisch mit 34/27 am Rad mit Kompaktkurbel. Hier sollten die Niederländer umdenken.
Fotos Kai Dudenhöfer
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