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Megavalanche

Dienstag, den 21. Oktober 2008 um 10:57 Uhr 0 Kommentare
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teaser-megavalanche 

 

Die Megavalanche ist ein Massenspektakel, das in seinem Namen alles an Bedeutung trägt, was man sich unter der größten Mountainbike Freeride Veranstaltung vorstellen kann. Ein Starterfeld von 3.000 Fahrern stürzt sich in einem Massenstart vom 3300 Meter hohen Gletscher hinab und rast eine knapp 30 km lange, über alle Vegetationszonen gehende Abfahrtsstrecke ins Tal hinunter.Der Schnellste erreicht das Ziel in weniger als einer Stunde ...

Der Wintersportort Alpe d'Huez gleicht im Sommer einer Geisterstadt. Die Hotels stehen leer, die Geschäfte sind geschlossen, die Lifte stehen still, die Berghänge sind grün aber unbevölkert.
Nur wenige Menschen verirren sich in der Sommersaison auf die 2200 Meter hoch gelegene Stadt in den französischen Alpen. Außer zu den zwei kleinen Ausnahmeevents, der Tour de France und dem Megavalanche.

Das Mountainbike Massenstart-Abfahrtsrennformat Megavalanche existiert schon seit 13 Jahren. Es begann mit einigen Dutzend verrückten Downhillfahrern, die ein spektakuläres Rennen neben dem Worldcup Downhill ausprobieren wollten. Die Location sollte noch krasser sein, die Strecke noch länger und vor allem wollte man weg von den eng gesteckten Absperrbändern der Weltcupstrecken. Das Rennen, das heute noch als einzigartig gilt, erzeugte auf Anhieb einen derartigen Sog auf die europäische Mountainbike-Szene, dass die Zuwächse der Teilnehmerzahlen förmlich explodierten. Vor fünf Jahren knackte man die 1.000er Marke und im Jahr 2008 lag man nun bei 1.800 Anmeldungen. Die Dunkelziffer der durch die Anmeldefrist ausgeschlossenen Teilnehmer ist unbekannt, man munkelt von einigen Hunderten.
So erfreulich der Fahrerandrang auch ist, es gibt einen kleinen Nebeneffekt, den besonders die Topfahrer und die Presseleute zu spüren bekommen. Es gibt nämlich ein logistisches Problem 1.800 Fahrer nebst fahrbarem Untersatz auf 3300 Meter Seehöhe zu schaffen. Das Rennen muss um neun Uhr auf dem Gletscher beginnen damit die Piste hart und somit schnell genug ist. Die zuerst startenden Topfahrer müssen zuerst ihre Startposition einnehmen. Von der Startzeit 9:00 h geht die Zeitrechnung rückwärts. 1.800 Fahrer müssen startbereit sein. Die Gondelfahrt zum Gipfel dauert im Schnitt mit Umsteigen 40 Minuten. Die Kapazität der oberen Gletschergondel fasst nur etwa 60 Fahrer; ein Nadelöhr. Folglich entsteht ein Stau an der Mittelstation. Wann müssen also die ersten Fahrer hochfahren? In diesem Jahr lag der Beginn der ersten Fuhre um halb sechs an. Zu allem Überfluss war 2008 ein Regenjahr, es regnete schon die ganze Nacht und bis zum Start war keine Besserung in Sicht. So wurde der Start von neun auf elf Uhr verschoben, und der Startort vom Gletscher weg auf eine niedrigere Station. Bis zum ungewissen Start warteten die ersten Fahrer bereits mehr als vier Stunden im Regen. Trotz widrigster Umstände hörte man wenig Klagen. Und am Ende des Rennens herrschte eine Atmosphäre unter den Fahrern, als hätten sie den Wartemarathon im Regen schon längst wieder vergessen. Ja, so sind Mountainbiker, wenn sie eine lange Anreise und schlechtes Wetter in Kauf nehmen, nur um etwas besonderes erlebt zu haben, nur um einmal am Megavalanche teilgenommen zu haben.

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Das Rennen entschied der Rekordmeister René Wildhaber. Der konditionsstarke Schweizer war zwar am Start nicht der Schnellste, fuhr jedoch immer in Schlagdistanz zum Führenden und lauerte auf seine Gelegenheit. Als die ersten Anstiege kamen, schlug die Stunde von René. Er setzte sich an die Spitze und fortan gab er seine Führung nicht mehr ab. Er distanzierte seine Verfolger und vor allem das gesamte Hauptfeld. René holte sich am Ende den fünften Sieg beim Megavalanche und löste auch gleicht das Ticket zum Megavalanche auf dem Inselparadies La Reunion. Das Megavalanche Rennen ist ein einzigartiges Phänomen. Die Rennfahrer fahren nicht um Preisgelder, sie nehmen nicht teil, um etwa Weltranglistenpunkte zu sammeln oder Sponsoren zufrieden zustellen. Und da liegt der Kern des unschlagbaren Spaßfaktors: Die Fahrer wollen alle gemeinsam ihrer Leidenschaft nachgehen, sich dieser extravaganten Herausforderung stellen. Der Massenstartmodus macht die Fahrer zwar zunächst zu Konkurrenten, aber die gemeinsame Ankunft im Tal schweißt alle wieder umso mehr zusammen; man war dabei und man hat es mal wieder geschafft! Bei dem Erfolg dieses Events brauchen wir uns, trotz der Wetterkapriolen, nicht um eine neue Runde im nächsten Jahr zu sorgen. Und wieder werden Mountainbiker aus der ganzen Welt zu den Alpengipfel pilgern und eines der größten Mountainbike -vents zelebrieren: Megavalanche 2009, dann zum 15. Mal.

Gipfelhöhe Pic Blanc 3300 m
Teilnehmer 2008 1800
Streckenlänge 30 km
Größte Teilnehmernation Großbritannien (48%)
Temperatur auf dem Gletscher um 7.00 Uhr minus 3°
Temperatur im Zielort Allemont um 12.00 Uhr 28°
Empfohlener Federweg am Rad Vorne 120 - 160 mm, Hinten 140 - 160 mm
Begleithubschrauber 3
Schnellste Abfahrt 59 Minuten
Häufigster Gewinner René Wildhaber

 camera Fotos Hoshi K. Yashida

Links
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Schlagwörter: 2008, Alpe D'Huez, Megavalanche, Rene Wildhaber
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