Radfahren bei regnerischem Wetter und Temperaturen zwischen zehn und 20 Grad? Das sind die Bedingungen, bei denen man oft entweder zu warm oder zu kalt angezogen ist.Einfach nur zwei Trikots übereinander anziehen ist zu wenig, die Regenjacke zu viel. Das fanden jedenfalls die Profis von Garmin-Cervélo, die 2009 mit dem Wunsch nach einem eng anliegenden, wasser- und winddichten Trikot an ihren Ausstatter Castelli herantraten. Herausgekommen ist dabei das neue Modell „Gabba WS Rain Jersey“, das bei nassem, kühlem Wetter warm und trocken hält und dank des sportlichen Schnittes deutlich angenehmer sitzt als eine Regenjacke.
Möglich wird das durch Windstopper X-Lite Plus, eine neues, in alle Richtungen dehnbares Material von Gore-Tex. Über ein normales Trikot oder ein Funktionsunterhemd gezogen, sitzt das Gabba-Trikot knapp am Körper, ohne einzuengen. Sobald der Fahrtwind einsetzt, spürt man, dass man eben nicht einfach nur ein zweites Trikot trägt: Der Oberkörper bleibt schön warm, wozu auch der hoch geschnittene Kragen beiträgt. Beim Fahren auf nassen Straßen zeigt sich ein weiterer Vorzug des Regentrikots: Unterhalb der Rückentaschen ist ein Spritzschutz angebracht, der fast bis zum Sattel reicht und einen nassen Hintern wirkungsvoll verhindert. Die „Schürze“ ist unten mit einem reflektierenden Besatz versehen, ebenso die Oberkante der dreigeteilten Rückentasche – so ist trotz der schwarzgrauen Färbung eine einigermaßen gute Sichtbarkeit nach hinten gegeben. Auf Wunsch der Garmin-Cervélo-Fahrer wurden die Rückentaschen mit Metallösen ausgestattet, aus denen eingedrungenes Wasser ablaufen kann – wohl eher ein Gag als ein echtes Funktionsmerkmal.

Zusätzlich zum klassischen Castelli-Skorpion auf Vorder- und Rückseite ist auf der Brust ein Firmenschriftzug aufgeprägt, damit sieht das dezente Trikot auch relativ stylisch aus. Die weiße Variante mit gelbem Reflexbesatz ist in Herbst und Winter in Sachen Sichtbarkeit bestimmt die bessere Wahl, allerdings steht zu befürchten, dass diese Ausführung schon nach wenigen Ausfahrten fleckig aussieht – heißer als 30 °C darf es in der Waschmaschine nun mal nicht werden.
Wir trugen das Gabba WS Rain Jersey über einem normalen Castelli-Kurzarmtrikot, dazu die wasserabweisenden und wärmenden Nanoflex-Armlinge der Italiener. Bei morgendlichen Temperaturen um acht Grad wurde uns schmerzhaft bewusst, dass wir die Handschuhe vergessen hatten, und auch die Füße wollten anfangs nicht so richtig warm werden. Unterm Trikot war es dennoch mollig warm, auch bei schnellen Abfahrten durch extrakühle waldige Senken. Dank durchgehenden Reißverschlusses lässt sich das Trikot am Berg komplett öffnen, um frische Luft an den Körper zu lassen; optimal wäre ein Zwei-Wege-Reißverschluss, womit man das Trikot zur besseren Belüftung von unten her aufzippen könnte.
Fazit: Castellis Regentrikot ist die optimale Lösung fürs Radfahren im Herbst und im Frühjahr. Für und mit Profis für die nasskalten Klassiker entwickelt, ist es auch für alle anderen Rennradfahrer eine gute Wahl. Der Preis liegt bei 139,90 €, es ist bereits im Handel erhältlich.
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