Was in den Glasvitrinen bei Polar und Look relativ unauffällig schlummerte, hat das Zeug zur Technikrevolution in der Leistungsmessung. Denn mit dem weltweit ersten Serienpedal mit Wattmessung haben die beiden Partner ein ganz heißes Eisen im Feuer. Revolutionär günstig ist Kéo Power leider noch nicht, denn mit 1832 Euro startet inzwischen auch der Branchenprimus SRM und CycleOps gibts bereits deurlich unterhalb der magischen 1K€-Marke. Trotzdem - Kéo Power ist auf der Überholspur.
Nicht egal ist der Radcomputertyp - dieser muss ein Polar-Logo tragen und aus der Serie CS600X oder CS500 stammen, wobei nur der CS600X in der Lage ist die Links/Rechts-Balance-Daten des Kéo Power auszulesen und anzuzeigen.Damit ist das Kräfteverhältnis zwischen dem linken und dem rechten Bein gemeint und ermöglicht so Aufschluss über die individuelle Stärke der Muskulatur. Diese Information kann helfen Disbalancen frühzeitig zu erkennen und durch gezieltes Training auszugleichen.
Da Polar auch bei Kéo Power auf den hauseigenen Übertragungsstandard W.I.N.D. setzt, ist das System damit nicht zu anderen Radcomputer kompatibel. Schade eigentlich, denn die für Polar neuen Mitbewerber SRM, CycleOps Saris oder Quarq setzen allesamt auf den Quasi-Standard ANT+ und öffnen ihre Systeme damit für die Welt der ANT+-Radcomputer wie z.B. den Geräten der Garmin Edge - Serie oder dem sehr gelungenen Joule 2.0 von Saris. Polar nutzt zwar die gleiche Frequenz, weicht aber ansonsten vom Standard ab, zugegeben sind die 500er und 600er Radcomputer von Polar sehr gute Geräte und auch die weit verbreitete Software Pro Trainer hat in Sachen Übersichtlichkeit und Usability die Nase vorn. Wer es eher wissenschaftlich mag, wartet auf die entsprechende Importoption bei WKO+ von TrainingPeaks - der weltweit führenden Trainingssoftware aus den USA.
Sehr erfreulich ist auch die von Polar mit +-2% angegebene Genauigkeit der Sensorik, die sich damit in bester Gesellschafft unter weit teureren Systemen befindet und sich mit ihren acht Sensoren an den vier Seiten der Messspindel nicht zu verstecken braucht. Auf unseren exklusiven Messefotos von der Eurobike ist die Pedalachse eines Prototypen gut zu erkennen. Das weiße Kabel entfällt in der Serienversion, denn der Datenweg vom Achssensor ist kurz und endet in einer Steckverbindung an der Kurbelinnenseite. Logisch, das damit die Montage per Inbus-Schlüssel entfällt und der Maulschlüssel sein Comeback feiert. Vernatwortlich für die Übertragung der Daten sind die beiden Transponder (P5) an der Kurbelinnenseite. Hier steckt auch die Stromversorgung in Form von jeweils einer CR2354-Batterie, die bei täglichem Gebrauch von etwa 3 Stunden stolze 5 Monate durchhalten soll. Auch die Kadenzmessung erledigt der P5-Transponder zusammen mit einem Magenten im Pedalkörper und somit erübrigen sich lästige Fummeleien mit Magneten und Sensoren, die sich zuweilen ziemlich zickig anstellen und nicht funktionieren wollen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Gewicht und auch hier kann Polar punkten. Mit 448 Gramm pro Paar (40 Gramm entfallen insgesamt auf die P5-Transponder) ist Kéo Power etwa 250 Gramm schwerer als ein "blankes" Paar Kéo Blade und um etwa 220 Gramm schwerer als die weit verbreiteten Kéo Carbon.
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Look
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