
Nicolas Vouilloz wählt das Spicy bei seinen Enduro-Renneinsätzen. Geringes Gewicht und straffe Fahrwerksabstimmung eignen sich hervorragend dafür. Den Test des Lapierre Spicy 916 aus der WOMB 2/2011 gibt's Online kostenlos zu lesen.
DER RAHMEN
Scharf wie die Dekor-Chilischote, die den Betrachter an ein paar Stellen angrinst, ist dieser Rahmen. Im Vergleich zum Vorjahr wurde beim Hauptrahmen eine andere Aluminium-Legierung eingesetzt, die das Gewicht nochmals nach unten treibt. Die Schwinge und die Druckstreben sind beim 916er wie gewohnt aus Carbon. Neu ist auch das konifizierte Steuerrohr, welches die Kontaktfläche erhöht und für mehr Steifigkeit sorgt. In diesem Bereich sind auch die Schweißnähte verschliffen, was für einen gelungenen Übergang zu den Hydroforming-Rohren sorgt. Der Umwerfer ist nicht wie bei den meisten Rädern am Rahmen, sondern am Hinterbau befestigt. Diese Bauweise hat den Vorteil, dass es nicht zu Kollisionsproblemen zwischen Umwerfer und Kettenstrebe kommen kann. Beim Einfedern dreht sich der Umwerfer zwar geringfügig von den Kettenblättern weg, doch das wirkt sich nicht spürbar auf die Schaltqualität aus.
Es muss nicht immer X-12 von Syntace sein – Lapierre setzt beim hinteren Steckachssystem auf das E-Thru-System von Shimano, welches ebenfalls über eine praktische Einfädelhilfe verfügt. Bei der Montage ist jedoch darauf zu achten, dass die Achse gut gefettet wird, da sie sonst etwas schwergängig ist.
DIE AUSSTATTUNG
Nobel geht die Welt zugrunde – das dachte man sich sicher auch bei Lapierre, als die Specs für dieses Bike festgelegt wurden. Am auffälligsten ist der Easton-Haven-Laufradsatz. Mit seinen champagnerfarbenen, 22 Millimeter hohen Felgen und den auf der Fräse nachbearbeiteten Naben ist er ein echter Blickfang.
Aber auch die technischen Daten sind vielversprechend: Dreifach gekreuzte Hammerkopfspeichen, einstellbares Lagerspiel und UST-Tauglichkeit gehören zu seinen Eigenschaften. Aus der gleichen Serie stammen der CNC-gefräste 70-Millimeter-Vorbau und der Carbon-Lenker. Die Kombination aus zweierlei Bremsmodellen von Formula, nämlich der leichten R1 und der standfesteren RX, sorgt für geringeres Gewicht bei zugleich satter Bremsleistung. Der X0-Schalthebel ist ähnlich wie bei Srams Matchmaker-Klemme direkt am Bremshebel befestigt. Fast zu schade fürs Gelände ist die Carbon-Kurbel von Sram, die mit 26/39er-Kombination kommt.
AUF DEM TRAIL
Wenn man das Glück hat, all diese Räder hintereinander Probe fahren und testen zu können, kann man auch das Fahrverhalten direkt miteinander vergleichen. Das Lapierre würden wir genau zwischen dem Trek mit der flachen Winkeleinstellung und dem Specialized platzieren. Der flache Sitzwinkel von 72 Grad hält im sitzenden Fahrbetrieb den Schwerpunkt weit hinten. Auf dem Trail mal kurz das Vorderrad entlasten und über eine Stufe lupfen ist problemlos möglich.
Berghoch nutzt man aber gerne die Absenkfunktion der Talas-Gabel, um den Oberkörper nach vorne zu bringen. Formulas spezielle RX1-Bremse hat einen knackigen Druckpunkt und verzögert mit den 180er-Bremsscheiben einwandfrei. Die gefühlte Steifigkeit des Rahmens ist hoch und vermittelt ein sicheres Fahrgefühl, wenn sich die Räder ihren Weg durch tiefe Spurrinnen suchen. Federungstechnisch ist das Spicy auf sportliches Fahren getrimmt, wozu sicherlich der mehrfache DH-Weltmeister Nicolas Vouilloz seinen Beitrag geleistet hat.
WOMB FAZIT
Wer das Gewicht in den Vordergrund stellt und den Preis als Nebensache betrachtet, findet im Lapierre ein perfektes Trailbike.
Exklusiver Easton-Haven-Laufradsatz
Gewicht
Kombi-Klemme für Schalt- und Bremshebel
Uphill-Eigenschaften bei offener Gabel
Die kompletten Trail-Tests von findest Du in der aktuellen Ausgabe 2/2011 der WOMB.
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Weiterführende Links
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