
Dies sind die Bikes, mit denen Rennen gewonnen werden – und zwar nicht irgendwelche, sondern Worldcups oder Weltmeisterschaften, so zum Beispiel im letzten Jahr mit dem Trek Top Fuel 9.9 oder dem Wheeler Falcon. Wir haben uns der Spezies des Race-Fullys angenommen – und waren von der Performance dieser fünf Räder vollauf begeistert.
Der Rahmen
Beim Rahmen des Top Fuel wurde an Details gearbeitet, die die aktuelle Version vom Vorjahresmodell abheben. An der neuen Carbon-Kettenstrebe wurden noch mal 100 Gramm Gewicht eingespart; empfindliche Stellen wie der untere Bereich des Unterrohrs und die Druckstreben werden durch das schlagunempfindliche OCLV Mountain Carbon geschützt. Alle Züge wurden weitgehend in den Hauptrahmen integriert, selbst die Bremsleitung und der Zug für die Dämpferverstellung verschwinden im Geröhr. Der Eintritt aller Züge findet bereits im Steuerrohr statt, was ein Scheuern der Zughüllen am Rahmen verhindert. Optional kann die Bremsleitung auch außen verlegt werden. Ein Schlackern der Bremsleitung im Rahmeninneren, wie man es bei der Innenverlegung ab und zu antrifft, umgeht Trek, indem die Leitung an Ein- und Austritt durch eine Klemmschelle fixiert wird und auf Zug gebracht werden kann.
Die Ausstattung
Alle Teile sind – wie es sich für ein Top-Modell gehört – tadellos und klar auf den Renneinsatz ausgerichtet. Die komplette XTR-2x10-Gruppe ist mit einer 140er-Scheibe am Hinterrad gespect. Nicht viel, aber bei XC-Rennen zählt mehr das Gewicht, und ein Bremsfading in der Abfahrt ist nicht wirklich zu erwarten. Die Hausmarke Bontrager steuert die meisten Anbauteile bei – aus Carbon, versteht sich. Auch die Tubeless-Ready-Felgen bestehen aus dem Fasermaterial und sind mit je 28 Speichen pro Laufrad an die von DT gefertigten Naben geflochten. Die Laufräder hatten wir bereits in der WOMB 2 im Test und waren ausgesprochen zufrieden.
Auf dem Trail
Beim Trek haben es selbst hartgesottene Hardtail-Fans schwer, Argumente gegen ein Fully zu finden. Die Federbeine sind bei Anstiegen über die links und rechts am Lenker angebrachten Fox-Remote-Hebel im Handumdrehen zu bedienen. Keine Zeit geht dabei
verloren, und auch in brenzligen Situationen muss die Hand nicht vom Lenker genommen werden. Die Gabel wird dabei komplett blockiert, das Federbein lediglich etwas straffer gestellt. Trek zieht die Verstellung des Federbeins am Lenker der bekannten dreistufigen Plattformdämpfung vor – unserer Meinung nach die richtige Entscheidung.
An unserem Testrad waren noch zwei Spacer mit je einem Zentimeter montiert; durch das lange Steuerrohr und den Lowrizer-Lenker war die Sitzposition ausgesprochen aufrecht. An Steilstücken muss man auf dem Sattel weit nach vorne rücken, um dem Vorderrad den nötigen Bodenkontakt zu geben. Also raus mit den Spacern, denn selbst dann bekommt man bei dieser Steuerrohrläge keine Überschlagsgefühle. Die Abstimmung des Federbeins hat man bei Trek nicht dem Zufall überlassen, wie es anderswo manchmal vorkommt. Verschiedene Set-ups werden auf den hauseigenen Teststrecken zusammen mit Fox ausprobiert, bis die richtige Charakteristik gefunden ist – der Kunde profi tiert durch eine perfekte Abstimmung.
Einen kleinen Kritikpunkt konnten wir nur bei der Zugführung zum Schaltwerk hin fiden: Der Zug steht etwas vom Rahmen ab, und man streift gerne mit dem Schuh daran – ein Kabelbinder schafft Abhilfe.
Preis
6.999 Euro
FAZIT
Mit Erfahrung, Innovation und Konsequenz verbessert Trek das Top Fuel erneut und schafft ein hervorragendes Race- und Marathon-Bike.
Die Ausstattungsliste und Testberichte der anderen Bikes findest Du in der World of Mountainbiking 5/2011.
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Weiterführende Links
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