Das Zesty mit seinem OST Hinterbausystem wurde von vielen Seiten gelobt, vor allem die englischen Magazine liebten es und wählten es unter die Top Drei ihrer Trailbikes der letzten Jahre. Bekanntlich sind die Anforderungen englischer Biker an ein Rad andere als unsere. Seit Anfang 2010 wurde mein eigenes Zesty über zahlreiche Mittelgebirsgkilometer gescheucht, durfte Höhenluft in den Alpen schnuppern und musste auch einige Bikeparkbesuche wegstecken. Die Begeisterung über diesen Allrounder ist dabei ungebrochen, und die Frage stellte sich womit Lapierre denn dieses Bike verbessern möchte.
In Les Gets, dem diesjährigen Austragungsort des Pass´Portes du Soleil präsentierte Lapierre die neuen Modelle und ich hatte die Möglichkeit das neue Zesty zwei Tage lang auf verschiedenen Strecken zu testen.
Das Grundprinzip des Viergelenkers bleibt, nichts neues. Allerdings wurde die Anlenkung des Dämpfers verändert. Während das Federbein bei den bisherigen Modellen direkt an der Wippe angebracht war, wird bei den 2012er Modellen eine Verlängerung dazwischen geschaltet. Vouilloz erklärte mir, dass es darum ginge den mittleren Federweg besser zu nutzen, und ein zu frühes progressives Verhalten zu verhindern. Neben der Änderung der Anlenkung wurde das Zesty wesentlich abwärtsorientierter getrimmt. Der Lenkwinkel wurde um ein Grad auf 67° abgeflacht, das Tretlager tiefer gesetzt und die Kettenstrebe um 13 mm verkürzt.
Diese Änderungen machen sich auf dem Trail stark bemerkbar, ein leichtes Verlagern des Körpergewichts reicht aus um das Zesty in den Manual zu bewegen. Vor allem in technischem Gelände spielt es seine Stärken aus. Das Hinterrad lässt sich hervorragend durch enge Kurven zirkeln und die Jump Line in Les Gets zaubert einem nur noch ein Lächeln aufs Gesicht. Dank des flacheren Lenkwinkels bleibt es auch in schnelleren Passagen recht ruhig. Bergauf ist es, wenn der SAG korrekt eingestellt ist, antriebsneutral und lässt sich auch über längere und steilere Anstiege hervorragend pedalieren. Die korrekte SAG Einstellung ist bei den OST Hinterbauten aber Vorraussetzung für dieses Verhalten.
Alles in allem stehen die Überarbeitungen dem 2012er Zesty sehr gut und es gewinnt dadurch vor allem an Allrounderqualitäten. Für Liebhaber technischer Trails wird das Zesty weiterhin ein mehr als interessantes Bike bleiben.





